Neuer Deutscher Jazzpreis 2017: Ein Video-Rückblick

Es war ein großartiges Festival-Wochenende, mit vielen hochkarätigen Musikern, drei einfallsreichen Komponisten und einer grandiosen Norma Winstone als Kuratorin! Für alle, die den Jazzpreis noch einmal Revue passieren lassen möchten, gibt es hier den Video-Rückblick von artmetropol.

Arne Huber Quartett

Dienstag, 09.05.2017 – 20:00 Uhr
Klapsmühl’ am Rathaus [D6, 3], € 13,-/9,-/5,-

Besetzung
Domenic Landolf – sax
Rainer Böhm – piano
Arne Huber – bass
Jochen Rückert – drums

Der Freiburger Bassist Arne Huber nennt seine neue CD „Im echten Leben“. Wumm! Mit bewährtem Werkzeugkoffer aus Saxophon, Piano, Bass und Schlagzeug öffnet er dem Alltag musikalisch Tür und Tor. Der Titel seiner CD ist eine Einladung an jeden, der unvoreingenommen einen Soundtrack zum Leben sucht, ohne sich von den starren Ritualen eines Genres die Gangart vorgeben lassen zu wollen. „Im echten Leben“ ist bereits die dritte Einspielung des Quartetts. In den Konturen scharf, in den Farben weich und von feingliedriger Präzision, ist jeder der neuen Songs für sich die Verhandlung einer Klangästhetik, die in der Klassik verankert ist, mit einem Vokabular, das aus dem Jazz kommt. Im Gegensatz zu vergleichbar besetzten Formationen hat das Arne Huber Quartett keinen gemeinsamen sozialen Background. Huber lebt in Freiburg, Rückert in New York, Landolf in Basel und Böhm in Köln. Der Berliner Saxophonist Wanja Slavin ergänzt das Quartett in drei Songs nicht nur um seinen speziellen Sound, sondern auch um ein weiteres Stück Horizont. Fünf Städte, drei Länder, zwei Kontinente auf einer CD. Umfassender geht es kaum. Eine CD wie im echten Leben.

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Made In Mannheim – Johannes Mann & Paul Janoschka

Dienstag, 02.05.2017 – 20:00 Uhr
Klapsmühl’ am Rathaus [D6, 3], € 8,-/5,-

Besetzung
Set 1:
Johannes Mann – guit / Paul Janoschka – piano

Set 2:
Marko Mebus – trp
Julius Gawlik – sax
Johannes Mann – guit
Paul Janoschka – piano
Jan Dittmann – bass
Johannes Hamm drums

Johannes Mann und Paul Janoschka begannen 2014 gemeinsam ihr Studium an der Musikhochschule Mannheim. Schnell lernten sich die beiden in verschiedenen Ensembles und Kneipen kennen.

In ihrem Duo spielen sie Eigenkompositionen und einige ihrer Lieblingssongs, die sie neu arrangieren und interpretieren. Der Aspekt der gemeinsamen Improvisation steht dabei immer im Vordergrund, sodass Raum für die Entwicklung eines lebendigen Dialogs geschaffen wird. Es entsteht ein geschlossener Gesamtsound, der als Ziel hat, möglichst viele farbliche Facetten der Instrumente in ihrem Zusammenklang zu präsentieren. Reduzierte, perkussive Fragmente wechseln sich mit orchestralen, flächigen Abschnitten ab und sorgen für eine besondere Klangvielfalt, in der Johannes Mann und Paul Janoschka Einflüsse aus Jazz, Progressive Rock und Klassik zu einem stimmigen Konzerterlebnis verbinden.

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Tobias Christl – Wildern

Dienstag, 25.04.2017 – 20:00 Uhr
Klapsmühl’ am Rathaus [D6, 3], € 13,-/9,-/5,-

Besetzung
Tobias Christl  – voice, keyboard
Peter Ehwald – saxophon
Tobias Hoffmann – guitar
Matthias Nowak – bass
Daniel Schröteler – drums

„Einer der außergewöhnlichsten Musiker des deutschen Jazz.“ (Der Freitag)
„Eine alle Genres überschreitende Musikvision.“ (Süddeutsche Zeitung)

Tobias Christl ist eine Rarität. Ein Sänger, den es so im deutschen Jazz noch nicht gab. Weder Crooner noch scattender Lautmaler. Und schon gar nicht als Jazzer getarnter Popmusiker. Eher schon kunstvoll-wandelbarer Geschichtenerzähler, irgendwo zwischen Indie und Improvisation. „Wildern“ ist ein Streifzug durch das dichte Unterholz von sechs Jahrzehnten Popmusik, durch Songs von Größen wie Sam Cooke, Leonard Cohen, Prince, Joy Division, Lana Del Rey, Tom Waits oder Rio Reiser.

Mit hörbarer Freude am Dekonstruieren, Abreißen und Umbauen entsteht hier wirklich neue Musik, reich an Ecken und Kanten, Kontrasten, Brüchen und unerwarteten Wendungen. Zugleich bleibt die Seele der Songs erhalten, je nach Betrachtungsweise könnte man sagen: Sie wird freigelegt. Der Jazzbegriff definiert sich für Tobias Christl ganz selbstverständlich aus der Summe aller persönlichen Einflüsse und Eindrücke, egal aus welcher Richtung. Und der Lust, aus diesen etwas Eigenes zu erschaffen, das sonst in keine Schublade passt und auch nicht passen soll. Und so ist auch „Wildern“ nicht Crossover oder Fusion – sondern ganz einfach Jazz. Punkt. (Punkt Punkt Punkt… der Trieb ist reißerisch und möchte nicht gezähmt werden.) Wildern!

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Achtung: Programmänderung heute Abend

Dienstag, 11.04.2017 – 20:00 Uhr
Klapsmühl’ am Rathaus [D6, 3], € 8,-/5,-

Leider ist Günter Lenz, der heute Abend in der Klapsmühl am Rathaus beim Jazz Tuezzday auftreten sollte, verhindert. Glücklicherweise haben wir zwei großartige Bands gefunden, die kurzerhand einspringen werden:

MusikProb
Duke Ellington, Gil Evans, Thommy Dorsey, Glenn Miller und co.
Musik von gestern. Aber immer noch fantastische Musik. Die Band versucht sich am vollmundig traditionellen Sound und zeitlosen Songs aus den jungen Jahren des Jazz.

Martin Nowak – Trompete, Arrangement und Komposition
Daniel Steigleder – Altsaxophon
Benedikt Jäckle – Tenorsaxophon
Thomas Lämmle – Baritonsaxophon
Thomas Weiland – Posaune
Freddie Andrey – Bassposaune
Paul Janoschka – Piano
Rosanna Zacharias – Bass
Jonas Esser – Schlagzeug
Antonio Garcia – Gesang

FK3
Musik mit eigenem Charakter zu komponieren und diesen in Improvisationen zu entwickeln und fortzuspinnen, darauf liegt der Schwerpunkt in den Stücken und Arrangements des in Mannheim lebenden Gitarristen Florin Küppers. An diesem Abend kommen dabei im Trio die besonderen Fein- und Freiheiten der kleinen Besetzung zur Geltung. Old School Swing bis Modern Jazz, von leise bis ganz laut, ruhig bis verstört, harmonisch bis verzerrt.

Florin Küppers – Gitarre
Jan Dittmann – Bass
Jonas Esser – Schlagzeug

Die Gewinner des Neuen Deutschen Jazzpreis

 

Das Publikum hat entschieden – die Sieger des Neuen Deutschen Jazzpreis sind:

  • Gewinner des mit 10.000.- Euro dotierten L-Bank-Bandpreises:
    Tamara Lukasheva Quartett
  • Gewinner des Neuen Deutschen Kompositionspreises: Nicolai Pfisterer
  • Gewinner des SIGNUM-communication-Solistenpreises: Tamara Lukasheva

Weitere Informationen hier

Neuer Deutscher Jazzpreis 2017

 

Das komplette Programm in der Übersicht gibt es hier

Freitag, 07. April 2017, 20.00 Uhr

Neuer Deutscher Kompositionspreis mit dem Haz’art Trio Extended
Kuratorenkonzert: Winstone / Gesing / Venier
Jazzpreis-Session

Samstag, 08. April 2017, 20.00 Uhr

Bandwettbewerb

Der SWR2 berichtet in der Sendung „Homezone“ über das Festival: Zum Beitrag

Martin Meixner – Up On A Hill

Dienstag, 04.04.2017 – 20:00 Uhr
Klapsmühl’ am Rathaus [D6, 3], € 13,-/9,-/5,-

Besetzung
Martin Meixner – Hammond B3, Wurlitzer, Moog Bass
Markus Birkle – guitars
Tommy Baldu – drums, FX

Martin Meixner ist nicht nur im Jazz zu Hause, sondern auch bei diversen Rock-, Pop- und Gospel-Produktionen mittlerweile ein gefragter Tastenmann. Nicht nur wegen seiner unnachahmlichen Klänge, die er aus seinen Vintage-Instrumenten zaubert.

Zusammen mit Markus Birkle an den Gitarren und Tommy Baldu am Schlagzeug stellt er heute Abend in der Klapsmühl’ sein erstes Soloalbum vor, welches ausschließlich aus Eigenkompositionen besteht und bei seinem eigenen Musiklabel meiXmusic im September 2016 erschienen ist.

UP ON A HILL ist eine einzige Liebeserklärung: ans Leben, an gute Musik, an so alles, was Tasten hat, ans Weitermachen, an seine Frau und auch an sich selbst. Auf einen Berg zu steigen, mit immer leichter werdendem Gepäck, oben anzukommen, zurück ins Tal zu blicken und dabei die Freude zu spüren am Immer-Weitermachen – er hat all das geschafft und elf wunderbare Songs aufgenommen. Und so hat die Liebesgeschichte eines Musikers, für den es zum Glück keine passende Schublade gibt und auch niemals geben sollte, tatsächlich noch ein Happy End, das umso schöner ist, weil man es glauben kann – so ehrlich und virtuos, wie es daherkommt. Es klingt eindeutig wie der Anfang von etwas sehr Schönem. Nach Versprechen.

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FIELD (Kempendorff/Graupe/Westergaard/Steidle

Dienstag, 28.03.2017 – 20:00 Uhr
Klapsmühl’ am Rathaus [D6, 3], € 13,-/9,-/5,-

Besetzung
Uli Kempendorff – sax, clar
Ronny Graupe – guit
Jonas Westergaard – bass
Oli Steidle – drums

FIELD ist das Quartett des Saxophonisten Uli Kempendorff. Der ist Berliner und wurde in den 90er-Jahren musikalisch bei Konzerten von Schlippenbach mit Evan Parker und von Bodycount mit Ice T sozialisiert. Graupe, aus Chemnitz und seit vielen Jahren in Berlin, ist eines der musikalischen Aushängeschilder von Berlins Avantgarde.Steidle war zehn Jahre der Schlagzeuger von Der Rote Bereich, leitet die legendären Bands Soko Steidle und Killing Popes und ist schlicht und einfach einer der interessantesten Schlagzeuger des Landes. Der Däne Jonas Westergaard ist als Mitglied in Bands wie dem Christopher Dell Trio, Christian Lillingers Grund und dem Henrik Walsdorff Trio schon lange ein Teil des Sounds, der aus Berlin kommt, obwohl er bis vor ein paar Jahren noch in Kopenhagen wohnte. Gemeinsam spielen die vier die Kompositionen Kempendorffs, machen offene Musik miteinander und transportieren die ungestüme Spielfreude und Energie, die Berlins Szene ausmacht. FIELD haben 2016 ihre zweite CD veröffentlicht. Die taz schrieb dazu: „ ‚Heal the Rich‘ richtet sich nur vordergründig an einen kleinen Personenkreis, in Wirklichkeit ist es gedacht für alle Menschen, die da Ohren haben zu hören.“

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Made In Mannheim – Juliana Blumenschein

Dienstag, 21.03.2017 – 20:00 Uhr
Klapsmühl’ am Rathaus [D6, 3], € 8,-/5,-

Besetzung
‚Sons e Cores‘

Juliana Blumenschein – Vocal
Johannes Engelhardt – Bass

‚Banda Blumenschein‘
Juliana Blumenschein – Vocal
Florin Küppers – Gitarre
Johannes Engelhardt – Bass
Julian Losigkeit – Drums

Die Sängerin Juliana Blumenschein ist als Tochter zweier brasilianischer Musiker mit brasilianischer Musik aufgewachsen. Während ihres Jazzgesang-Studiums ermöglichte ihr ein Stipendium der Baden- Württemberg-Stiftung, ein Auslandssemester in „Salvador da Bahia“ zu verbringen, um so ihre kulturellen und musikalischen Wurzeln ganz neu zu entdecken. An diesem Abend präsentiert sie zunächst ihr Duo-Projekt „Sons e Cores“ mit dem E-Bassisten Johannes Engelhardt. In dieser ungewöhnlichen Besetzung interpretieren sie eigene Kompositionen und Arrangements der brasilianischen Musik und finden dabei immer wieder Möglichkeiten, ihre Instrumente kreativ einzusetzen. Ihre Songs sind mal getrieben vom Groove, mal fließend und schwebend. Elemente der brasilianischen Musik sind dabei immer spürbar. Die zweite Hälfte des Abends ist inspiriert durch den in den 50er-Jahren entstandenem Samba-Jazz, der Musik von Elis Regina, João Donato und Dorival Caymmi. Die „Banda Blumenschein“, spielt Arrangements der Sängerin, die rhythmische Elemente des Sambas mit dem Farbenreichtum des Jazz vereinen. Freuen Sie sich auf einen Abend mit der lebensbejahenden und energetischen Musik Brasiliens.

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