Neuer Deutscher Jazzpreis 2020

Neuer Deutscher Jazzpreis 2020 – Abgesagt!!

Liebe Freunde der IG-Jazz,

wir hoffen, ihr alle seid wohlauf. Schweren Herzens müssen wir euch darüber informieren, dass wir die diesjährige Ausgabe des „Neuen Deutschen Jazzpreis“ in der ‚Alten Feuerwache Mannheim’ an diesem Wochenende leider absagen müssen. Sowohl die Veranstaltung mit Kompositionspreis und Kuratorenkonzert am heutigen Abend (13.03.) sowie auch der morgige Finalabend (14.03.) können aufgrund der Verschärfung der aktuellen Lage bezüglich des Corona-Virus nicht stattfinden.

Wie ihr euch alle sicherlich denken könnt, ist uns diese Entscheidung mehr als schwer gefallen. In den vergangenen ereignisreichen Tagen haben wir alles versucht, unsere Planungen und die Durchführung des Jazzpreis-Wochenendes aufrechtzuerhalten. Leider hat sich mit der gestrigen Pressekonferenz der Bundesregierung und der Aussage, dass „alle nicht notwendigen Veranstaltungen (auch die unter 1000 Teilnehmern) abgesagt werden sollen“, die Ausgangslage grundlegend verändert. Die Gründe, die zu dieser Empfehlung geführt haben, können wir uneingeschränkt nachvollziehen.

Nach Rücksprache mit unseren Partnern und den Ämtern der Stadt haben wir uns nun zu diesem mittlerweile alternativlosen Schritt durchgerungen. 

Die Absage des diesjährigen Jazzpreises bedauern wir sehr, da wir viel Zeit und Herzblut in die Vorbereitungen und die Durchführung im Vorfeld gesteckt, und uns alle schon sehr auf das Festivalwochenende gefreut haben. Die von euch erworbenen Eintrittskarten können selbstverständlich bei den jeweiligen Vorverkaufsstellen zurückgegeben werden. Darüber hinaus müssen wir euch leider auch über die Absage unserer beiden kommenden Dienstagskonzerte im ‚Ella & Louis‘ von Seiten der Bands informieren. 

Sowohl das Konzert von „Nils Wograms ROOT 70“ am 17.03. als auch das Konzert von „LIMBO“ am 31.03. müssen aufgrund der unsicheren Reisebedingungen der in New York lebenden Musiker abgesagt werden.

Außerdem bitten wir um Verständnis, dass unsere beiden IG-Jazz-Sessions in der ‚Alten Feuerwache’ am 16.03. und 30.03. ebenfalls entfallen müssen.

Über unsere weiteren Termine ab April informieren wir euch dann zeitnah.

Wir hoffen, euch alle bald wiederzusehen!

Bleibt gesund!

Der Vorstand der IG JAZZ

Uli Holz, Marcus Armani & Volker Engelberth


Fr, 13.03.20 | Einlass 19:00, Beginn 20:00 | Alte Feuerwache Mannheim
Kuratoren-Konzert & Kompositionspreis-Konzerte

Leider kann der Kurator Frank Möbus krankheitsbedingt nicht an der Veranstaltung teilnehmen. Seinen Platz für das Kuratorenkonzert wird kein anderer, als einer der besten und innovativsten Jazz-Bassisten Europas einnehmen, Robert Landfermann.  Das Kuratorenkonzert wird die Band PHILM übernehmen.

Besetzung Kuratorenkonzert:

Robert Landfermann – Bass
Philipp Gropper – Sax
Oliver Bernd Steidle – Drums

Kompositionspreis-Finalisten:

Christina Fuchs
Pascal Klewer
Matthias Ockert

VVK: 20,00 € 
AK: 24,00 €
IG Jazz Mitglieder: 16,00 €

Sa, 14.03.20 | Einlass 19:00, Beginn 20:00 | Alte Feuerwache Mannheim
Bandpreis-Wettbewerbskonzerte
Teilnehmende Bands:

Yaroslav Likhachev Quartet
Andreas Feith Quartett
Slavin/Henkelhausen/Merk

VVK: 16,00 €
AK: 20,00 €
IG Jazz Mitglieder: 13,00 €

Der Festivalpass für beide Konzertabende kostet im Vorverkauf 30,70 € (zzgl. Gebühren) und ist HIER erhältlich. 
Für IG-Jazz Mitglieder kostet der Festivalpass nur 22,00€ und sollte vorab unter ig.jazz.ev.@gmail.com reserviert werden.

_______________________________

Kuratorenkonzert der Band PHILM


PHILM
Das Berliner Quartett (sax, p, dr, bass) trifft ins Schwarze der Zeitgeist-Zielscheibe. Keine Ironie, keine Zitate, keine intellektuelle Theatralik, nur Ton und Technik. 
Philipp Gropper (sax), Robert Landfermann (bass), Oliver Steidle (dr) und Elias Stemeseder (p) haben mit der Postmoderne wenig am Hut. Statt individuell, glänzen sie lieber in der Gruppe. Es geht ihnen nicht um Assoziation und Dekonstruktion, sondern um Erschaffen und Teilen. Wie altmodisch! Wie revolutionär! Der Sound von PHILM ist dicht und schnell und hat trotzdem viel Luft, er darf schweben und darf ausklingen. Er schreit einem nicht grundlos ins Gesicht. Landfermann und Steidle sind nicht einfach die Rhythmusgruppe, sie bauen stetig an einer eng verzahnten Klangmaschinerie. Gropper und Stemeseder treiben sie an, bringen sie dazu, höllisch schnell Tempo oder Temperatur zu ändern. Am Saxofon von Philipp Gropper klebt nicht der smoothe Schmalz vergangener Zeiten. Es klingt kantig, trotzdem nie kalt, denn seine motivischen Ideen sind oft von einer sphärischen Melancholie. Elias Stemeseder hat ein Händchen für seltsam entrückte und gleichzeitig eindringliche Melodien und doch kann er auch anders. Dann legt er mit elektronischen Einwürfen oder Ausflügen in Richtung Noise nochmal einen Atmosphäre-Schalter um. PHILM destilliert das klassische Quartett der 60er-Jahre: Keine Ironie, keine Zitate, keine intellektuelle Theatralik, nur Ton und Technik.

_______________________________

FINALIST/INNEN BANDPREIS:

Yaroslav Likhachev Quartet

Yaroslav Likhachev | Tenorsaxophon, Komposition
Yannis Anft | Klavier
Conrad Noll | Kontrabass
Moritz Baranczyk | Schlagzeug


Das Yaroslav Likhachev Quartet ist aktiv seit 2016 und präsentiert die Eigenkompositionen des Bandleaders und Tenorsaxophonisten, die stilistisch im zeitgenössischen Jazz angesiedelt, aber tief in der amerikanischen Jazztradition verwurzelt sind. Das musikalische Konzept dahinter geht in zwei Richtungen gleichzeitig: Neuartige Klangwelten und Rhythmen werden erforscht – z. B. inspiriert durch die „Neue Musik“ – und mit der Fülle der Möglichkeiten des Bop-Vokabulars und seiner zeitgenössischen Interpretation kombiniert. Das Quartett gewann im Jahr 2018 das Jazz-Stipendium jazz@undesigned2018 der Werner Richard – Dr. Carl Dörken Stiftung und trat im Jahr 2019 beim weltberühmten MOERS Festival auf. Am 16. April 2020 erscheint das Debütalbum des Yaroslav Likhachev Quartet „Crumbling“ auf dem renommierten Label JazzHausMusik.

Andreas Feith Quartett



Lutz Häfner | Saxophon
Andreas Feith | Klavier
Martin Gjakonovski | Kontrabass
Silvio Morger | Schlagzeug





Das Quartett des Pianisten Andreas Feith bringt mit entwaffnender Schnörkellosigkeit aufrichtigen, akustischen Modern Jazz auf die Bühne. Die Kompositionen des Bandleaders sind von berührend tiefgehender Melodik und erzählen harmonisch intelligente Geschichten voller Emotionen. Rhythmisch versiert und mit bedingungsloser Energie und Spielfreude streben die vier Individualisten gemeinsam nach der Magie des Moments, mal kammermusikalisch interagierend, mal eruptiv Extreme auskostend. Bei all ihrer stilistischen Vielfalt blitzt bei den Musikern fortwährend das zeitlose Idiom moderner Bebop-Sprache und die Lust am Groove durch. Gleichsam spürt man den Mut, spontanen Ideen kompromisslos zu folgen, ohne je das Herz des Zuhörers aus den Augen zu verlieren.

Slavin/Henkelhausen/Merk



Wanja Slavin | Saxophon
Felix Henkelhausen | Kontrabass
Sebastian Merk | Schlagzeug




Die drei gestandenen Persönlichkeiten der Berliner Jazzszene treffen mit frischer Spielfreude aufeinander und bringen mit allen Erfahrungsbereichen aus Avantgarde und Tradition vor allem eins mit: die große Leidenschaft zusammen zu improvisieren und zu interagieren. Wanja Slavin und Sebastian Merk kennen und schätzen sich seit fast 20 Jahren und haben bei ihrem Aufeinandertreffen mit dem jungen und hochbegabten Bassisten Felix Henkelhausen einen ideale Konstellation gefunden, um ihre emotionalen und vielschichtigen Ideen zu entfalten. Die Transparenz dieser Besetzung bietet dem Trio die optimale Spielwiese, um ihre direkte Kommunikation mit eigens dafür komponiertem Material umzusetzen.

_______________________________

FINALIST/INNEN KOMPOSITIONSPREIS:

Christina Fuchs

Die Komponistin und Saxophonistin/Klarinettistin Christina Fuchs studierte Komposition bei Joachim Ullrich und Siegfried Koepf in Köln, bei Maria Schneider in New York sowie George Russell in Boston. Sie erhielt nationale und internationale KomponistInnenpreise, unter anderem Scrivere in Jazz Italien/Sardegna, 2014 den WDR Jazzpreis für Komposition und 2017 den AnnualJazz Competition Contest for Women Composers in Seattle/USA. Als Komponistin, Saxophonistin und Klarinettistin ist sie federführend für ihre Ensembles FUCHSTHONE ORCHESTRA, No Tango Quartet, No Tango & Strings, Flux, KontraSax und im Kölner Musikerkollektiv SONIQ.

Pascal Klewer

Der deutsche Jazztrompeter und Komponist studierte u. a. bei Niels Klein, Andy Haderer und Jürgen Friedrich an der HfMT Köln. Sein Hauptprojekt, die Pascal Klewer Bigband, ist eine Profibigband, die ausschließlich die Musik ihres Bandleaders spielt. Nach einer von der Presse gelobten Debüt- CD auf Unit Records („Statement von erstaunlicher Reife“ – jazzthing) startete die Band eine eigene Konzertreihe in Köln, die es sich zum Ziel gesetzt hat, avantgardistische bigbanduntypische Solisten mit der Bigband und all ihren Möglichkeiten zu kombinieren. Hierbei komponiert und konzipiert Klewer für jedes Konzert und jeden Gast ein neues Programm, das dies vereint.

Matthias Ockert

Der Komponist und Gitarrist studierte Jazzgitarre bei Attila Zoller, Bill Connors und Steve Khan in New York und Komposition bei Wolfgang Rihm, Sandeep Bhagwati und Hanspeter Kyburz in Karlsruhe und Berlin. Er arbeitete sowohl mit klassischen Musikern des Ensemble Modern, Ensemble Intercontemporain, Klangforum Heidelberg, der Berliner Philharmoniker und mit der Lichtkünstlerin „rosalie“ zusammen, als auch mit Jazzmusikern wie Emil Mangelsdorff, David Amram, Makaya McCraven und Ed Byrne bei Konzerten und CD-Produktionen in Europa und den USA. Mit seinem Polytheistic Ensemble verbindet er Klassik, Jazz und Multimedia.

_______________________________

Der Kompositionspreis mit Matthias Dörsam

Auch beim neuen Kompositionspreis trifft eine Jury eine Vorauswahl, und der Kurator wählt anschließend die drei Komponisten aus, die den Kompositionsauftrag erhalten.

Die Band für den Kompositionspreis, der vor dem Kuratorenkonzert stattfinden wird, ist wie folgt besetzt: 

Matthias Dösram Sax
Martin Wagner Akkordeon
Scott Roller Violoncello
Harald Nardelli Tuba
Andreas Neubauer Drums

Das verspricht einen aufregenden Abend vieler Kompositionen von neuen Talenten. 

_______________________________

Die Vorauswahl ist getroffen!

Die Jury – bestehend aus Marcus Armani, Nicolai Daneck, Volker Engelberth, Ubbo Gronewold, Stefan Hentz, Uli Holz, Martin Laurentius, Klaus Padutsch und Manfred Schröfele wurden folgende Bands an den Kurator empfohlen:

Andreas Feith Quartet
Bathing Birds
Center
Konrad/Mehl Project
Marvin Frey Group
Peter Fulda No Such Band
Philip Zoubek Trio
Rachel Therrien Quartet
Slavin/Mankelhausen/Merk
Structucture
The Art of Two
WELS
Yaroslav Likhachev Quartet

Die 3 Finalbands sind:

Yaroslav Likhachev Quartet
Andreas Feith Quartett
Slavin/Henkelhausen/Merk

Aus der Vielzahl von Bewerbungen aus ganz Deutschland wählte die Jury – Dietmar Fuhr, Uli Holz, Benjamin Schaefer und Rainer Tempel in einem anonymisierten Verfahren die folgenden sieben Kompo- nist/innen aus:

Claudia Döffinger
Christina Fuchs
Pascal Klewer
Fabia Mantwill
Matthias Ockert
Paul Peuker
Christoph Suttner

Die 3 ausgewählten KomponistInnen sind:
Christina Fuchs, Pascal Klewer und Matthias Ockert

Comments are closed.