Neuer Deutscher Jazzpreis 2018

 

 

 

 

 

Übersicht

 

 

 

Die Gewinner

Am 23. und 24. März 2018 hat die IG Jazz Rhein-Neckar e. V. zum dreizehnten Mal den Neuen Deutschen Jazzpreis in der Alten Feuerwache Mannheim vergeben. Nach mehreren herausragenden Konzerten, hat das Publikum am Ende entschieden, wer die drei Preise mit nach Hause nehmen darf:

 

Gewinner des mit 10.000.- Euro dotierten L-Bank-Bandpreises:
Vincent Eberle Quintett

 

Gewinner des mit 2.000.- Euro dotierten Neuen Deutschen Kompositionspreises:
Alexandra Lehmler

 

Gewinnerin des mit 1.000.- Euro dotierten SIGNUM-communication-Solistenpreises:
Maximilian Hirning

 

 

 

Der Kurator

Für den Neuen Deutschen Jazzpreis 2018 konnten wir die lebenende Legende, den weltweit respiektierten Trompeter Wallace Roney gewinnen. Wallace Mentor war Miles Davis, nachdem dieser ihn 1983 bei seiner Geburtstagsgala in der Carnegie Hall gehört hatte. Die Zusammenarbeit mit Davis schulte ihn als Melodiker und offenbarte ihm den Weg, die höchste Kreativität in der Musik anzustreben und diese kompromisslos voran zu treiben. Er gehört zur Generation derjenigen, die ihren Horizont in Sachen Handwerk, Stilistik, musikalischen Ausdruck und Leidenschaft im direkten Austausch mit den Meistern der damaligen Zeit erweitern konnten.
Auch Mit Tony Williams, Ornette Coleman, Art Blakey, Elvin Jones, Philly Joe Jones, Walter Davis Jr., Herbie Hancock, Jay McShann, David Murray, McCoy Tyner, Sonny Rollins, Curtis Fuller, Carole King, Joni Mitchell und Dizzy Gillespie teilte er die Liebe zum Jazz auf unzähligen Bühnen. Wallace steht für Melodienreichtum mit harmonischer Komplexität, stimmungsreiche Solos und unablässigen rhythmischen Schwung. Und live – das hat er immer wieder eindrucksvoll unter Beweis gestellt – bietet Wallace Roney noch viel mehr: er sorgt beständig für atemberaubende, energiegeladene Höhepunkte auf den Bühnen dieser Welt.
„My goal is to make the best music I can. I enjoy, listen and can play ALL types of music I filter my expression through the jazz experience.“(W.R.)

 

 

Das Festival

Freitag, 23. März 2018, 20.00 Uhr
Alte Feuerwache Mannheim [Brückenstraße 2]

 

Neuer Deutscher Kompositionspreis

Mit dem Neuen Deutschen Kompositionspreis erfüllt sich die IG Jazz Rhein Neckar einen lang gehegten Traum und erweitert mit der Auslobung dieses mit € 2000 dotierten Einzelpreises Ihren Wirkungsgrad von der reinen Förderung des konzertanten Live-Jazz hin zur aktiven Mitgestaltung der Inhalte – also zur Förderung der Weiterentwicklung des Jazz selbst.

Bewerben konnten sich Komponistinnen und Komponisten die bereits Kompositionen veröffentlicht hatten und die mit Ihrem Beitrag für diese außergewöhnliche Band und mit der Verschmelzung aus zeitgenössischem Jazz mit der besonderen Klangfarbe der Violone den interkulturellen Charakter des Jazz herausarbeiten wollten. Aus der Vielzahl von Bewerbungen aus ganz Deutschland wählte die Jury in einem anonymisierten Verfahren die folgenden drei KomponistInnen aus.

Über den Gewinner des Neuen Deutschen Kompositionspreises stimmt das Publikum direkt im Anschluss an die Präsentation der 3 Kompositionen ab. Bekanntgegeben wird der Gewinner am Samstag Abend im Rahmen der großen Preisverleihung nach allen Konzerten des Bandwettbewerbs.

Die Kompositionen werden in diesem Jahr von Projekt M präsentiert:

 

Projekt M  steht für die Zusammenkunft hochkarätiger Musiker mit den unterschiedlichsten musikalischen Hintergründen unter der Leitung des Mannheimer Trompeters und Komponisten Johannes Stange. Auch für den Neuen Deutschen Komponistenpreis 2018 wurde wieder eine besondere Mischung gefunden: Jörg Teichert (Gitarre) und Matthias Debus (Kontrabass) überzeugen als bekannte Musiker der Mannheimer Jazzszene und Julian Bossert (Altsaxophon) als Vertreter der avantgardistischen Szene. Rüdiger Kurz (Violone) fügt das Element der Alten Musik hinzu. Im Ensemble entsteht so ein außergewöhnlicher und äußerst vielseitiger Klang.

 

 

Die Komponisten

 

Jakob Helling

war Jungstudent in Bremen, machte seinen Bachelor 2016 im Fach Jazz-Trompete an der Folkwang Universität in Essen und begann ein Masterstudium an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Graz. Höhepunkte in seiner Laufbahn waren u.a. die Zusammenarbeit mit dem Bundesjazzorchester und der WDR Big Band in Köln. Verschiedene Kompositionsaufträge für diverse Klangkörper wie Sinfonie- oder Jazz-Orchester kann er ebenfalls vorweisen. Erst kürzlich war er ein Finalist der „Jazz Comp Graz 2017“.

 

 

2016, Berlin

Birgitta Flick

studierte Saxophon am Jazz-Institut Berlin und am Royal College of Music in Stockholm. Aktuelle Projekte sind das „Birgitta Flick Quartett“ aus Berlin, die deutsch-schwedisch-finnische Band „Flickstick“, mit der sie 2012 den Jazz Baltica Förderpreis gewann, das Duo mit der New Yorker Pianistin Carol Liebowitz, welches vom Berliner Senat gefördert wird und die Stockholmer Band „Fluxmaschine“. Ebenfalls erhielt Flick bereits das Elsa-Neumann-Stipendium des Landes Berlin für ein Forschungs- und Kompositionsprojekt.        Homepage

 

 

 

Alexandra Lehmler

gewann 2014 den Jazzpreis Baden-Württemberg und ein Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg. Ausgebildet wurde sie in Mannheim, Stuttgart und Paris und seit 2000 ist sie Bandleaderin und Komponistin des „Alexandra Lehmler Quintetts“ mit dem sie seit Jahren im In- und Ausland erfolgreich unterwegs ist. Desweiteren spielt sie bei großen Theaterproduktionen u.a. am Nationaltheater Mannheim mit, verwirklicht Jazzprojekte für Kinder und wurde 2012 für die „Bundeswerkstatt Jazz“ ausgewählt.        Homepage

 

 

 

 

 

Kuratorenkonzert: Wallace Roney Quintet

 

Wallace Rooney backstage, Jazzfestival Ljubljana
© Rinderspacher

Wallace Roney – Trompete; Emilio Modeste – Tenorsaxophon; Oscar Williams – Piano; Curtis Lundy – Kontrabass, Eric Allen – Schlagzeug

Sein aktuelles Album „A Place in Time“ (2016) ist eine anspruchsvolle, straffe und kompromisslose Weiterführung der erstaunlichen, formalen und strukturellen Freiheiten des weltberühmten Miles Davis Quintet aus den 1960er Jahren.  Mit dem aktuellen Werk jedoch löst sich Roney aus diesem Vergleich, indem er einen größeren Spielraum, einen festeren Ton spielt und schärfere, musikalische „Attacken“ fährt – und darüber letztlich seine eigene Stilistik entwickelt. Zurzeit sind die Songs, die Wallace auswählt, eher charakterisiert durch eingängige Themen und harmonische Komplexitäten – während die Solos von starken Stimmungen und konstantem, rhythmischem Drive angetrieben werden. Ob er nun Uptempo-Klassiker oder Mainstream Balladen spielt, er interpretiert sie stets in seiner eigenen, besonderen Art.  Zusammen mit dem Tenor-Saxofonisten Emilio Modeste, dem Pianisten Oscar Williams, dem Bassisten Curtis Lundy und Eric Allen am Schlagzeug überzeugt Wallace Roney als einer der wichtigsten und kreativsten Trompeter seiner Generation – nicht nur auf seinen Einspielungen, sondern vor allem live!

 

 

 

 

Jazzpreis-Session

 

Jojo Mann – Gitarre
Julius Gawlik – Saxophon
Paul Janoschka – Klavier
Jakob Obleser – Kontrabass
Jonas Kaltenbach – Schlagzeug

 

Das Jonas Kaltenbach Quintett hat sich in zwei gemeinsamen Jahren des Studiums an der Musikhochschule Mannheim gefunden. Jetzt leben und studieren die Bandmitglieder verteilt auf Köln, Berlin, Stuttgart und Mannheim, was die Vorfreude auf Wiedersehen bei Konzerten umso mehr wachsen lässt, Spirit und Zusammenspiel in der Musik mit neuer Energie beflügelt.
Das Programm besteht fast ausschließlich aus Eigenkompositionen, die Band spielt Modern Jazz und ist stark beeinflusst von Kurt Rosenwinkel und Brian Blade, Wayne Shorter und dem zweiten Miles Davis Quintett.
Zu ihren Erfolgen darf die Band u.a. die Final-Teilnahme am internationalen „Jazz Contest Mechelen 2017“ in Belgien zählen.

 

 

 

 

Samstag, 24. März 2018, 20.00 Uhr

 

Bandwettbewerb

Die drei für die Wettbewerbskonzerte von Wallace Roney ausgewählten Bands sind:

Die Finalisten

 

SALOMEA

Yannis Anft – synths, Oliver Lutz – e- & synth bass, Leif Berger – drums, drumpad, Rebekka Salomea – vocals, fx
SALOMEA ist eine „Contemporary Multi-Genre“ Band um die Halb-Amerikanische Sängerin, Komponistin und Texterin Rebekka Salomea. Die Band bezieht Einflüsse aus dem Mainstream, kombiniert sie mit der Freiheit von Improvisation und rahmt diese in komplexe, kompositorische Strukturen ein. Daraus entstehen Songs mit exzentrischen Beats, geformt aus elektronischen Instrumenten, Live-Effekten und einer erdigen, experimentierfreudigen Stimme. So hat sich SALOMEA eine eigensinnige Klangsprache erarbeitet, die sie an die vorderste Front der popularmusikalischen Avantgarde katapultiert hat.        Homepage

 

Sebastian Böhlen Sextett

Matthias Bergmann – Trompete, Stefan Schmid – Saxophon. Sebastian Böhlen – Gitarre, Volker Engelberth – Klavier. Jakob Dreyer – Kontrabass, Peter Gall – Schlagzeug
Böhlen ist ein variantenreicher Klangmaler, der mit breitem Pinsel ganze Landschaften entstehen lassen, aber auch mit wenigen warmen Tönen große Spannungsbögen aufbauen kann. Jeden musikalischen Moment ausnutzend, interpretiert das Sebastian Böhlen Sextett ein Programm, welches ausschließlich aus Kompositionen des Bandleaders besteht. Da die Musiker sich seit über zehn Jahren kennen, verwundert es kaum, dass sie sich musikalisch blind verstehen. So kann Sebastian Böhlen aus all seinen musikalischen und außermusikalischen Inspirationen schöpfen, sie zu einer persönlichen musikalischen Sprache verweben und diese zusammen mit seinen Mitspielern durch großes ästhetisches Verständnis und traumhafte Fantasie zum Leben erwecken.          Homepage

 

Vincent Eberle Quintett

Vincent Eberle – Trompete, Flügelhorn, Paul Brändle – Gitarre, Leo Betzl – Klavier, Maximilian Hirning – Kontrabass , Sebastian Wolfgruber – Schlagzeug
Das Vincent Eberle Quintett fand erstmals 2014 während des gemeinsamen Studiums am Jazz-Institut der Münchner Musikhochschule zusammen. Inzwischen ist das Ensemble regelmäßig zu hören und aus der süddeutschen Jazzszene nicht mehr wegzudenken. Das Repertoire spannt einen Bogen von Jazz-Standards zu ausdrucksstarken Eigenkompositionen. Zusammen schaffen die Musiker einen originären und modernen Sound, der sich nicht scheut die Verbindung zu Traditionen au?eben zu lassen. Im Dezember 2016 präsentierte das Quintett sein Debüt-Album und wurde 2017 mit dem LAG-Jazzpreis ausgezeichnet.

 

Ticketpreise

Festivalpass: VVK 25,- (zzgl.Gebühren) / AK 30,- Euro
Freitag 23. März, VVK 20,- (zzgl.Gebühren) / AK 24,- Euro
Samstag 24. März, VVK 15,- (zzgl.Gebühren) / AK 19,- Euro

Mitglieder:

Festivalpass: 20,- Euro
Freitag 23. März, 16,-  Euro
Samstag 24. März, 12,- Euro

Reservierungen unter ig.jazz.ev@gmail.com, die Tickets können an der Abendkasse abgeholt werden.

Ticketkauf

 

Die Sponsoren

Hauptsponsor des Bandpreises ist seit 2015 die L-Bank. Eingebettet in deren Engagement für die heimische Jazz-Szene hat die Förderbank des Landes Baden-Württemberg die Ausrichtung des Neuen Deutschen Jazzpreises auch 2017 unterstützt. Für die passende Gestaltung vom Plakat bis zur Facebook-Seite sorgt die Mannheimer Kommunikationsagentur Signum communication GmbH. 2017 hat die IG JAZZ Rhein-Neckar e.V. außerdem erstmalig einen weiteren Preis ausgeschrieben, den Neuen Deutschen Kompositionspreis. Ermöglicht wurde der Kompositionspreis durch die Förderung der Firma MST agion Funktionelle Oberflächentechnik.  Ausgerichtet wird das Festival in Kooperation mit der Alten Feuerwache Mannheim gGmbH. Ein großer Dank gilt auch der Stadt Mannheim und dem Kulturamt, die das Festival seit vielen Jahren fördern und immer zur Seite stehen. Außerdem bedanken wir uns beim Jazzinstitut Darmstadt für die langjährige Unterstützung.

 

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